Ihre Fragen, unsere Antworten
Vieles ist komplexer, als es auf den ersten Blick erscheint. Daher erläutern wir Ihnen hier gerne die Hintergründe zu Fragen, die uns regelmäßig gestellt werden.
Warum ist ein guter Handwerker so teuer?
Ein guter Handwerker ist oft so teuer, weil nicht nur seine Arbeitszeit, sondern ein ganzes Paket aus Erfahrung, Ausbildung und Betriebskosten bei der Kalkulation berücksichtigt werden muss.
Die wichtigsten Gründe sind:
- Jahrelange Ausbildung und Erfahrung: Ein erfahrener Handwerker erkennt Probleme sofort und löst sie schnell. Es geht nicht nur darum wie lange er braucht, sondern, dass er weiß, wie es richtig geht.
- Hohe Lohnkosten: Zum Bruttolohn kommen Ausfallzeiten wie Urlaub, Krankheit, Weiterbildung sowie die hohen Arbeitgeberanteile der Sozialabgaben hinzu.
- Maschinen, Werkzeuge und Fahrzeuge: Professionelle Maschinen, Spezialwerkzeuge, Wartung und Fahrzeuge kosten viel Geld.
- Betriebskosten: Werkstatt- und Büromiete, Buchhaltung, Software, Versicherungen etc. müssen auf den Stundenpreis umgelegt werden.
- Haftung und Gewährleistung: Wenn ein Handwerker einen Fehler macht, muss er dafür einstehen. Auch dieses Risiko muss in der Preiskalkulation berücksichtigt werden.
- Zeit außerhalb der Baustelle: Verwaltungsaufgaben wie Angebote und Rechnungen schreiben, Material besorgen, Fahrzeiten etc. müssen anteilig in der abrechenbaren Arbeitszeit enthalten sein.
Von einem Stundensatz zwischen 80 bis 120 € bleiben dem Handwerksbetrieb unter Berücksichtigung der oben aufgeführten Nebenkosten und zusätzlichen Arbeiten oft nur 8 bis 15 % Gewinn, also rund 20 € – manchmal sogar weniger.

Ist Feinstaub-Belastung auf Baustellen ein Problem?
Die Feinstaubbelastung in Städten ist ein bekanntes Umwelt- und Gesundheitsproblem. Sie kann langfristig das Risiko für Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen und entsteht vor allem durch den Straßenverkehr und Industrieanlagen.
Im Vergleich dazu ist die Feinstaubbelastung auf einer Innenbaustelle jedoch deutlich extremer.
Die besonders gesundheitsschädigenden mineralische Stäube aus Beton, Zement oder Mauerwerk werden dabei direkt an der Entstehungsquelle über mehrere Stunden und in großen Mengen freigesetzt.
Dadurch steigt das Risiko langfristiger Gesundheitsschäden erheblich. Besonders feine (Alveolen-gängige) Staubpartikel können tief in die Lunge eindringen und dort Entzündungen oder chronische Erkrankungen verursachen.
Die Vermeidung von Feinstaub hat daher für uns höchste Priorität. Durch den Einsatz moderner Absaugtechnik werden Staubemissionen bereits während der Ausführung der Arbeiten wirksam reduziert. Leistungsstarke Absaugsysteme erfassen Feinstäube direkt an der Entstehungsstelle und verhindern so, dass sich diese in der Umgebung ausbreiten.
Ergänzend zur staubarmen Arbeitsweise werden unsere Baustellen regelmäßig gründlich nachgereinigt, sodass die Belastung durch Feinstaub dauerhaft auf ein Minimum reduziert wird.
Die Kombination aus innovativer Absaugtechnik und konsequenter Nachreinigung gewährleistet einen hohen Standard in den Bereichen Arbeitsschutz und Sauberkeit.
Warum hat das Handwerk bei Jugendlichen nicht den besten Ruf?
Das Handwerk hat bei Jugendlichen einen eher schlechten Ruf und dafür gibt es verschiedene Gründe. Ein wesentlicher Faktor ist, dass viele junge Menschen und ihre Eltern ein Studium für erfolgreicher und angesehener halten, als eine handwerkliche Ausbildung. In der Schule wird häufig stärker über Studiengänge als über Ausbildungsberufe informiert. Hinzu kommt, dass handwerkliche Tätigkeiten mit körperlich anstrengender Arbeit, frühen Arbeitszeiten, Arbeiten bei jedem Wetter sowie schlechter Bezahlung verbunden werden.
Aber das Handwerk bietet viele Vorteile: Fachkräfte werden dringend gesucht, die Übernahmechancen nach der Ausbildung sind sehr hoch und das Risiko, durch KI ersetzt zu werden, bedeutend geringer als in anderen Bereichen. Nicht zu unterschätzen ist auch der hohe Sinngehalt von Arbeiten, bei denen mit den eigenen Händen sichtbare Ergebnisse geschaffen werden.
Damit das Handwerk für junge Menschen attraktiver wird, braucht es ernsthafte Veränderungen auf mehreren Ebenen. Neben besseren Verdienstmöglichkeiten müssen die Betriebe den Wunsch nach flexibleren Arbeitszeiten (z.B. Vier-Tage-Woche) akzeptieren und die Arbeitsbedingungen verbessern.
Ich selber begrüße diese Veränderungen, denn ich möchte es für mich nicht anders haben!
Gehen nur die Zimmerleute auf die Walz?
Die Walz wird häufig mit dem Beruf des Zimmermanns verbunden, da sich das Tragen der traditionellen Arbeitskleidung – Kluft genannt – bei dieser Berufsgruppe heute noch am meisten verbreitet ist.
Dennoch gehen nicht nur Zimmermänner auf die Walz. Auch Handwerker anderer Gewerke wie Steinmetze, Maurer, Schmiede oder Stuckateure können sich für diese traditionelle Wanderschaft entscheiden.
Das Ziel der Walz ist unabhängig vom Beruf immer dasselbe: junge Gesellen sollen nach ihrer Ausbildung Erfahrungen sammeln und sich sowohl fachlich als auch persönlich weiterentwickeln. Während der Walz arbeiten sie in verschiedenen Betrieben, lernen unterschiedliche Menschen und Kulturen kennen und erweitern ihren Horizont.
Meine Reisezeit auf der Walz begann im Jahr 2015 und prägte mich bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie auf eine Weise, die weit über den beruflichen Alltag hinausgeht.
In diesen Jahren führte mich mein Weg durch nahezu alle Länder Europas. Jede Station brachte neue Menschen, andere Arbeitsweisen und unterschiedliche Kulturen mit sich. Dadurch konnte ich meinen fachlichen Horizont stetig erweitern und wertvolle Erfahrungen sammeln, die mich sowohl beruflich als auch persönlich wachsen ließen.
Während meiner Wanderschaft nutzte ich die Gelegenheit, mich weiterzubilden und mehrere Abschlüsse zu erwerben. Diese Kombination aus praktischer Arbeit und theoretischer Qualifizierung ermöglichten es mir, mein handwerkliches Wissen zu vertiefen und mich auf meinen Weg zum eigenen Betrieb vorzubereiten.
Weitere Informationen zur Walz finden Sie auch unter folgenden Links:
