Portrait Benjamin Würfl

Benjamin Würfl

Ich wurde 1985 im Schwabenland geboren und komme aus einer typischen Arbeiterfamilie. Aufgrund familiärer Einflüsse war schon früh klar, dass ich eine handwerkliche Ausbildung machen würde. Diese schloss ich dann auch 2006 als Maler- und Lackierergeselle ab.
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Die ersten Jahre

Der Malerberuf ist es trotz einiger Praktika in anderen Handwerksberufen geworden, weil ich schon immer eine kreative Ader besaß und der Meinung war, sie in diesem Beruf ausleben zu können.


Anfangs arbeitete ich viel in kleineren Betrieben mit sehr wenigen Angestellten. Veraltete und unnötig anstrengende Arbeistweisen frustrierten mich jedoch zunehmend. Dazu geringe Löhne und ein schlechter Umgang mit den Mitarbeitern Viele Beschäftigte näherten sich dem Rentenalter, da fühlte ich mich oft wie in einer fremden Welt.


Nach einigen Arbeitgeberwechsel – u.a. auch in größeren Firmen wie Rainbow International oder Heinrich Schmidt – verlies ich vorerst das Handwerk und befand mich von da an mit Ende zwanzig in einer regelrechten Findungskrise.



2015 landete ich durch Zufälle in der Pflege und tat einmal etwas ganz anders im Leben. In diesem neuen Umfeld ging ich regelrecht auf und konnte einen gewissen Erfolg verzeichnen. Jedoch war ich von dem Personalmangel und enormen Arbeitsdruck entsetzt und so zog ich mich wieder aus dem sozialen Bereich zurück.

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Sommer 2015 – die Reise beginnt

Während der Zeit in der Pflege, traf ich jedoch einen Wandergesellen – einen Vagabunden, der abends in unserer Stammwirtschaft am Tresen saß und mit seiner Tracht die Aufmerksamkeit auf sich zog. Er saß dort, ganz alleine und ruhig. Als wir später gingen fragte er mich auf einmal, ob ich wüsste wo er kurzfristig eine Bleibe finden könne. Ich konnte meine Irritation kaum in Worte fassen.


Es dauerte nicht lange, dann folgten Internetrecherchen, die in fruchtbaren Kontaktbemühungen endeten. Das war es, ich wollte auch so sein wie er und die vielen anderen die ich bis dahin noch traf. Ich hatte alles aufgegeben, mein Auto verkauft, die Wohnung aufgelöst und wollte nur noch hinaus in die Ferne.


Nach Jahren voller Abendteuer und Handwerk, kam ich während der Corona-Pandemie am Ende meiner Reise an. Ich nutzte diese Zeit der Einschränkungen um mich schulisch umfangreich weiterzubilden. So schloss ich den Maler- und Lackierer-Meister in gleich zwei Fachrichtungen ab, ergänzt um eine wissenschaftliche Abschlussarbeit in der Restaurierung / Denkmalpflege.



Auch wenn ich im wissenschaftlichen Bereich und der Arbeit an den Universitäten voll aufging, war mir ein rein akademisches berufliches Umfeld dann doch zu viel und es zog mich wieder in die Praxis.

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Heute

Während ich auf Reisen war, verschärfte sich der demografische Wandel im Handwerk enorm. Ein Prozess der zu keinem plötzlichen Zeitpunkt stattfand, sondern durch die Alterung der Erwerbsbevölkerung seit den 2010er-Jahren spürbar ist. Bis 2030 wird sich diese Entwicklung durch den Renteneintritt der Babyboomer massiv zuspitzen.


Neben einem immer stärker werdenden Bedürfnis nach einer eigenen unternehmerischen Tätigkeit, gab mir diese Entwicklung den Mut und die nötige Bestätigung, dass jetzt der richtige Zeitpunkt sei, sich selbstständig zu machen – und wenn möglich in der Zukunft eigenes Unternehmen aufzubauen.


So meldete ich Ende 2023 mein Gewerbe in der Rechtsform als Einzelunternehmer an und bin seitdem mit dem Firmenaufbau beschäftigt. Aktuell arbeite ich viel mit Partnerfirmen und anderen Selbstständigen zusammen, doch ist 2027/2028 geplant, die ersten Mitarbeiter einzustellen und vor allem auszubilden – darauf freue ich mich am meisten!